Vor der Freigabe

Abnahme eines KI-Workflows

Die Punkte, die vor der Freigabe eines KI-gestützten Ablaufs geklärt sein müssen — von der Testfallsammlung über die Fehlerklassen bis zu der Frage, wer am Montag danach zuständig ist. Wer sie durchgeht, ersetzt einen Eindruck durch eine Entscheidung.

Wann In der Sitzung, in der über den Übergang vom Pilot in den Regelbetrieb entschieden wird.

  1. Warum

    Ohne Testfallsammlung ist jede Aussage über die Qualität ein Eindruck. Entscheidend ist, dass die Fälle aus dem echten Betrieb stammen und nicht für die Demo ausgesucht wurden.

  2. Warum

    Eine Trefferquote ohne vorher vereinbarte Schwelle lässt sich nach dem Durchlauf beliebig deuten. Die Zahl gehört vor den Test, nicht danach.

  3. Warum

    Nicht jeder Fehler wiegt gleich. Eine unvollständige Zusammenfassung ist etwas anderes als eine falsche Auskunft an Kunden, und beide brauchen unterschiedliche Antworten.

  4. Warum

    Der Pilot lief mit den Daten, die jemand ausgesucht hat. Im Betrieb kommen Altdokumente, Tippfehler und leere Felder — die Frage ist nicht, ob, sondern was dann passiert.

  5. Warum

    Ein Prüfschritt an jeder Stelle macht den Nutzen zunichte, keiner macht das Risiko unkalkulierbar. Die Auswahl der Stellen ist die eigentliche Entscheidung.

  6. Warum

    Ein Ablauf ohne benannte Person hat im Zweifel niemanden, der ihn abschaltet. Die Rolle braucht die Befugnis dazu, nicht nur die Aufgabe.

  7. Warum

    Ein Workflow, den die Leitung nicht kennt, wird im Alltag umgangen statt benutzt. Das fällt erst Monate später auf, wenn die Zahlen nicht stimmen.

  8. Warum

    Die Modellkosten sind meist der kleinere Teil. Was der Ablauf wirklich kostet, entscheidet sich am Aufwand für Prüfung, Nachbearbeitung und Betreuung.

  9. Warum

    Ohne Protokoll lässt sich ein gemeldeter Fehler nicht nachvollziehen. Mit dem falschen Protokoll entsteht ein Datenschutzproblem — beides sollte vor der Freigabe geklärt sein.

  10. Warum

    Die Frage ist nicht, ob der Ablauf einmal abgeschaltet werden muss, sondern wie lange es dauert und wer es darf. Ein ungeprobter Rückweg ist eine Vermutung.

  11. Warum

    Modelle, Daten und Nutzung ändern sich. Ohne wiederkehrende Messung fällt eine schleichende Verschlechterung erst auf, wenn sich jemand beschwert.

  12. Warum

    Ohne Termin wird aus der Freigabe ein Endzustand. Sechs bis acht Wochen später ist der Zeitpunkt, an dem sich Annahmen an der Wirklichkeit messen lassen.

12 Punkte, keiner abgehakt.

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