Governance
Die Regeln dafür, wer welche KI-Systeme unter welchen Auflagen einsetzen darf. Wirksam wird sie erst, wenn sie einen gangbaren freigegebenen Weg beschreibt — sonst erzeugt sie Shadow AI statt sie zu verhindern.
Deutsch: Steuerungsrahmen
Governance wird meist als Dokument missverstanden. Tatsächlich besteht sie aus Entscheidungswegen: Wer gibt einen Anwendungsfall frei, wer trägt ihn im Betrieb, wer darf ihn abschalten, und woran erkennt jemand, dass es so weit ist. Ein Papier, das keine dieser vier Fragen mit einem Namen beantwortet, beschreibt keine Steuerung.
Der häufigste Fehler ist eine Regel ohne freigegebene Alternative. Wenn das Verbot einer Anwendung nicht mit dem Hinweis darauf einhergeht, womit dieselbe Aufgabe erlaubt zu erledigen ist, verschwindet die Nutzung nicht — sie wird nur unsichtbar und wandert auf private Konten. Der Steuerungsrahmen erzeugt dann genau das, wogegen er geschrieben wurde.
Der Maßstab ist also nicht Vollständigkeit, sondern Gangbarkeit. Ein kurzer Weg, der eingehalten wird, steuert besser als ein vollständiger, den alle umgehen. In der Praxis heißt das: wenige verbindliche Punkte, eine benannte Stelle, die in Tagen statt Wochen antwortet, und eine Liste dessen, was ohne Rückfrage erlaubt ist.
Alle Begriffe stehen im KI-Glossar, dieser dort unter Governance.