Agent
Ein KI-System, das eine Aufgabe in mehreren Schritten selbst zerlegt, Werkzeuge aufruft und aus deren Ergebnissen den nächsten Schritt ableitet. Der Unterschied zu einem einfachen Prompt ist die Schleife, nicht die Intelligenz.
Bei einem einfachen Aufruf steht am Anfang eine Frage und am Ende eine Antwort. Ein Agent entscheidet dazwischen selbst, was als Nächstes zu tun ist: nachschlagen, rechnen, eine Datei öffnen, das Ergebnis ansehen, noch einmal nachschlagen. Diese Schleife ist der ganze Unterschied — und der Grund, warum ein Agent Aufgaben schafft, für die eine einzelne Antwort zu kurz greift.
Sie ist zugleich der Grund für das Betriebsrisiko. Fehler bleiben in einer Schleife nicht stehen, sie werden zur Grundlage des nächsten Schritts. Bei fünf Schritten mit je neunzig Prozent Trefferquote kommt der Ablauf in etwa sechs von zehn Fällen sauber durch, und niemand sieht von außen, an welcher Stelle es abgebogen ist.
Was daraus folgt, ist unspektakulär: eng zuschneiden, statt breit aufzustellen. Wenige Werkzeuge statt vieler, eine Obergrenze für die Zahl der Schritte, eine Bestätigung vor allem, was nach außen wirkt, und ein Protokoll, das die Schrittfolge im Nachhinein lesbar macht. Der erste Agent im Unternehmen sollte langweilig sein.
Alle Begriffe stehen im KI-Glossar, dieser dort unter Agent.